Fragen zur Erhebung der Kirchensteuer auf Kapitalerträge

Kirchensteuer

Die Kirche hat den Auftrag, das Evangelium in Wort und Tat zu verkündigen. Sie begleitet und berät die Menschen auf ihren Lebenswegen. Sie nimmt darüber hinaus vielfältige, zum Teil weit in die Gesellschaft hineinreichende Aufgaben wahr. Damit die Erfüllung dieser Aufgaben nachhaltig möglich ist, bedarf sie einer sicheren, planbaren und leistungsfähigkeitsbezogenen Finanzierungsgrundlage. Der Kirchenbeitrag (i.d. Form der Kirchensteuer) - als Gabe der Gemeindemitglieder - erfüllt diese Kriterien.

 

Drei Fragen zur Erhebung der Kirchensteuer auf Kapitalerträge

   beantwortet von Oberkirchenrat Thomas Begrich,
Leiter der Finanzabteilung der Evangelischen Kirche in Deutschland

Die Kirchensteuer, der Beitrag der Mitglieder für die kirchliche Arbeit, knüpft an die Lohn- und Einkommensteuer und damit – wie bisher – auch an die Kapitalerträge an. Sie ist ein an der finanziellen Leistungsfähigkeit der Mitglieder ausgerichteter Beitrag.

Was verändert sich?
Wie für alle Kapitalerträge wird auch die Erhebung der Kirchensteuer als Zuschlag zur Kapitalertragsteuer automatisiert. Dafür teilt die Finanzverwaltung Banken und anderen zum Abzug verpflichteten Organisationen die Religionszugehörigkeit verschlüsselt mit. Diese behalten danach die Kirchensteuer ein und führen sie anonym über die Finanzverwaltung an die Religionsgemeinschaften ab. Die Kirchen erwarten dadurch keine nennenswerten Mehreinnahmen.

Was bedeutet das für die Kirchensteuerzahler?
Es wird einfacher. Kleinere Erträge von Sparern, die bislang weder ihre Banken mit der Steuerabführung beauftragt noch eine Einkommensteuererklärung abgegeben haben, werden aufgrund des Sparerpauschbetrags (801 € bzw. 1.602 €) auch künftig nicht belastet. Selbst bei höheren Erträgen bleibt die Belastung moderat: Auf ein mit 2 Prozent verzinstes Guthaben von 100.000 € fallen im Jahr Kapitalerträge von 2.000 € an. Darauf ist die Kapitalertragsteuer in Höhe von höchstens 25% fällig. Auf diese wiederum wird die Kirchensteuer mit 9% (Baden-Württemberg: 8%) erhoben. Unter Berücksichtigung des Sparerpauschbetrages sind dies bei der Einzelveranlagung 26,38 €.

Wie sieht es mit dem Datenschutz aus?
Wie jedes andere Besteuerungsverfahren obliegt auch dieses einem strengen Datenschutz. Die Abzugsverpflichteten dürfen die Daten ausschließlich für diesen Zweck verwenden. Die steuererhebenden Religionsgemeinschaften erhalten keinerlei Kenntnis.

(Auszug: „Die evangelische Kirche und das Geld“ Juli 2014)

Informationen für Kirchenmitglieder

Viele Banken- und Versicherungskunden, Aktionäre oder Mitglieder von Wohnungsbau- genossenschaften haben in den vergangenen Monaten Post bekommen: Die Kirchensteuer auf Kapitalertragsteuer soll ab 2015 direkt von Banken bzw. Versicherungen oder Wohnungs- baugenossenschaften abgeführt werden. Was bedeutet das?

Das Wichtigste zuerst: Es wird keine neue Kirchensteuer eingeführt und keine bestehende Kirchensteuer erhöht. Es ändert sich lediglich das Verfahren, mit dem die Steuer erhoben wird.

Das neue Verfahren

Kirche geöffnet

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Freitag 15-17 Uhr