Flügelbegrüßung am 12.12. in der Apostelkirche

In der Apostelkirche steht seit dem Sommer ein besonderes Schmuckstück: ein Flügel. Die Gemeinde hat ihn sich angeschafft, weil ihr unverhofft eine kleine Erbschaft eines treuen Gemeindeglieds zugekommen war, einer älteren Dame, die regelmäßig im Gottesdienst, in den Gemeindegruppen, aber besonders gern auch bei unseren kulturellen Angeboten Besucherin war. Zu ihrem Gedenken und um die musikalische Vielfalt in der Kirche zu vergrößern, steht der Flügel nun für alle sichtbar zwischen Kanzel und der ersten Bankreihe. Er hat dann und wann durchaus in den Gottesdiensten schon von sich hören lassen, doch angemessen begrüßt worden war er noch nicht. Das ist seit dem 3. Adventssonntag nicht mehr so. Unter der Überschrift "Ein Flügel stellt sich vor" waren unser Kirchenmusikdirektor Andreas Fröhling und der Pianist Michael Gees in der Apostelkirche zu Gast mit einem Programm, das im wahrsten Sinne des Wortes "beflügelte" und hier kurz skizziert sein soll.
Zu Gehör gebracht wurden zu Beginn sechs Stücke aus dem "Notenbüchlein für Anna Magdalena Bach" von Johann Sebastian Bach. (Wer Klavierunterricht genossen hat, wird das eine oder andere Stück erkannt haben.) Dabei hat Andreas Fröhling auf der Orgel gespielt und Michael Gees das jeweilige Stück aufgegriffen und darüber improvisiert.
Danach folgte Franz Schuberts Fantasie f-Moll. "Die Fantasie in f-Moll für Klavier zu vier Händen von Franz Schubert, D 940 (Op. posth. 103) gehört zu Schuberts bedeutendsten Kompositionen für mehrere Klavierspieler und zu seinen wichtigsten Klavierkompositionen überhaupt. Schubert komponierte das Werk im Jahr 1828, also in seinem letzten Lebensjahr, und widmete es seiner Schülerin, Karoline von Esterházy, in die Schubert heimlich verliebt war." (Wikipedia) Die Fantasie besteht aus vier Sätzen, die thematisch miteinander verbunden sind und ohne Unterbrechung durchgespielt werden: Allegro molto moderato, Largo, Scherzo, Allegro vivace, Allegro molto moderato.
Fortgesetzt wurde das Konzert mit dem kleinen Choralvorspiel "Wie schön leuchtet der Morgenstern", op. 135a von Max Reger, auf das Michael Gees am Flügel mit einer Improvisation geantwortet hat. Den Abschluss bildete die Schlussfuge aus der Choralfantasie über "Wie schön leuchtet der Morgenstern", op. 40/1 von Max Reger.
Die beiden Musizierenden ließen sich vom anhaltend applaudierenden Publikum zu einer Zugabe überreden und spielten vierhändig aus den "Trois marches militaires" den Marsch Nr. 1 D-Dur von Franz Schubert.